Der Islam und soziale Dienstleistungen im Allgemeinen

Innerhalb der Haupt-Kategorie der Homepage Soziale Arbeit möchte ich Ausschnitte aus meinem Forschungsvorhaben zum Themenkomplex Islam, Muslime & Soziale Arbeit bereitstellen. Bereits im Rahmen meiner Masterarbeit habe ich mich der Begründung von Moscheegemeinden als Sozialeinrichtungen gewidmet und bereite nun meine Dissertation innerhalb des Bereichs Soziale Arbeit und Islam vor. Mein Forschungsinteresse umfasst das Gebiet der Theorie wie auch die Praxis innerhalb der Sozialen Arbeit und hoffe so den sowohl an der Praxis Interessierten wie auch den Sozialarbeitswissenschaftlern wertvolle Einblicke einerseits in die Soziale Arbeit des Islam und anderseits in die Soziale Arbeit mit Muslimen in Deutschland geben zu können. Letzteres ist Thema in der Kategorie Muslime innerhalb der Sozialen Arbeit

Der Islam und soziale Dienstleistungen im Allgemeinen

Der Koran fordert in zahlreichen Passagen dazu auf, sich um das Wohlergehen von sozial und wirtschaftlich Schwachen und Bedürftigen zu kümmern. Dazu zählen folgende Koranverse:

…und sie geben – obwohl man sie liebt (auch: Aus Liebe zu Ihm) -Speise zu essen einem Armen, einer Waisen und einem Gefangenen: „Wir speisen euch nur um Allahs Angesicht willen. Wir wollen von euch weder Belohnung noch Dank. (76:8-9)

Nicht darin besteht die Güte, dass ihr eure Gesichter gegen Osten oder Westen wendet. Güte ist vielmehr, dass man an Allah, den Jüngsten Tag, die Engel, die Bücher und die Propheten glaubt und vom Besitz – obwohl man ihn liebt – der Verwandtschaft, den Waisen, den Armen, dem Sohn des Weges, den Bettlern und für (den Loskauf von) Sklaven hergibt, das Gebet verrichtet und die Abgabe. (2:177)

Der folgende Koranvers wurde sogar anlässlich der Bedürftigen, welche in der Moschee Unterkunft, Verpflegung und Bildung erhielten (Ahlu ṣ-Ṣuffa genannt) und derjenigen offenbart, die nicht nur das Beste ihres Besitzes an sie spendeten1 :

O die ihr glaubt, gebt aus von den guten Dingen aus eurem Erworbenen und von dem, was Wir für euch aus der Erde hervorgebracht haben. Und sucht nicht zum Ausgeben das Schlechte davon aus, während ihr (selbst) es nicht nehmen würdet, ohne dabei ein Auge zuzudrücken. Und wisst, dass Allah Unbedürftig und Lobenswürdig ist. (2:267)

Ebenfalls sammelte der Korankommentator und Rechtsgelehrte al-Qurṭubī Überlieferungen, welche die Ahlu ṣ-Ṣuffa als Anlass der Offenbarung für den im Anschluss folgenden Vers festhalten:2

(Gebt am besten aus) für die Armen, die auf Allahs Weg daran gehindert werden, im Lande umherreisen zu können. Der Unwissende hält sie wegen ihrer Zurückhaltung für unbedürftig. Du erkennst sie an ihrem Merkmal: Sie betteln die Menschen nicht aufdringlich an. Und was immer ihr an Gutem ausgebt, so weiß Allah darüber Bescheid. (2:273)

Im Ergebnis wird deutlich, dass der Islam zur Verwirklichung von sozialen Dienstleistungen aufruft. Im Detail ist die moscheezentrierte Soziale Arbeit des Propheten Muhammad (saw) in Medina im folgenden Artikel beschrieben. http://www.monajo.de/2014/07/die-moschee-als-institution-der-sozialen-arbeit-teil-ii-theologische-eroerterung/ Ebenfalls enthalten ist in dieser Abhandlung ein Abgleich der moscheezentrierte Soziale Arbeit mit relevanten Definitionen von Sozialer Arbeit. Viel Freude beim Lesen und Studieren!

Quellennachweise:
  1. Vgl. Al-Mubarakpuri (Editor): Ibn Kathir, Tafsir Ibn Kathir, S. 55f. []
  2. Vgl. Bewley (Übersetzerin): Al-Qurtuby, Tafsir Al-Qurtuby. S. 700f. []